Gedenkstätte des Konzentrationslagers Buchenwald Audioguide
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Ein historischer Ort mit mehreren Erinnerungsschichten
Die Gedenkstätte Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar erinnert an eines der größten Konzentrationslager des nationalsozialistischen Deutschlands. Das Lager bestand von 1937 bis 1945, und Hunderttausende Menschen aus vielen europäischen Ländern gingen durch es hindurch. Heute finden Besucher hier nicht nur eine Erinnerung an den nationalsozialistischen Terror, sondern auch Ausstellungen zum sowjetischen Speziallager der Nachkriegszeit und zur Geschichte der Gedenkstätte selbst.
Was Sie hier sehen
Das Areal bewahrt den Grundriss des ehemaligen Lagers, einschließlich des Tores, des Appellplatzes, der Fundamentreste der Blöcke und der Gedenkorte. Ein markanter Bestandteil ist das Denkmal mit Glockenturm aus den Jahren 1954 bis 1958, das im Geist des sozialistischen Realismus entstand. Im ehemaligen Effektengebäude befindet sich die Dauerausstellung über das Konzentrationslager, ein weiterer Teil widmet sich dem sowjetischen Speziallager Nr. 2. Die Gedenkstätte zeigt damit nicht nur das nationalsozialistische System von Zwangsarbeit und Mord, sondern auch die schwierige Geschichte des Nachkriegsumgangs mit diesem Ort.
Warum Buchenwald wichtig ist
Buchenwald war kein Vernichtungslager im polnischen Sinn, dennoch kamen hier rund 56 000 Menschen ums Leben. Die Häftlinge wurden zu Zwangsarbeit gezwungen und waren Hunger, Krankheiten, Hinrichtungen und medizinischen Experimenten ausgesetzt. Zugleich gab es hier einen starken inneren Widerstand, der auch bei der Befreiung im April 1945 eine Rolle spielte. Die Gedenkstätte erinnert heute an die Opfer und an die Mechanismen der Macht, die das Lager möglich machten.
Das KZ Buchenwald, offiziell KL Buchenwald, entstand im Sommer 1937 auf dem Ettersberg bei Weimar als Teil des sich rasch ausweitenden Systems nationalsozialistischer Konzentrationslager. Seine Lage war nicht nur praktisch, sondern auch symbolisch. Es lag unweit einer Stadt, die mit der Weimarer Klassik und mit dem kulturellen Bild Deutschlands verbunden war, das die NS-Propaganda gern missbrauchte. Gerade diese Nähe zu Schloss Ettersburg und zu mit Goethe verbundenen Orten führte schon bei der Benennung des Lagers zu Problemen. Schließlich setzte sich der Name Buchenwald durch, ein Name also, der scheinbar von der konkreten Lage losgelöst war.
Das Lager wurde von Häftlingen aus Sachsenhausen, Sachsenburg und Lichtenburg aufgebaut, die dorthin verlegt worden waren. Von Beginn an handelte es sich um einen Raum durchdachter Gewalt. Das Areal war terrassenförmig am Hang angelegt, damit von dem Haupttor aus das gesamte Lager gut zu kontrollieren war. Den Umfang bildeten ein Stacheldrahtzaun, eine elektrische Sicherung und Wachttürme mit Maschinengewehren. Die Häftlinge waren in Holz- und Steinbaracken untergebracht, und der Tagesablauf wurde durch Appellplatz, Arbeitseinsatz und das Strafsystem der SS bestimmt.
Die ersten Jahre des Lagers zeigen die typische Entwicklung des nationalsozialistischen Repressionsapparats. Anfangs kamen vor allem politische Gegner des Regimes, als asozial oder kriminell stigmatisierte Menschen, aber auch Juden und Zeugen Jehovas hierher. Nach dem Anschluss Österreichs und vor allem nach den Novemberpogromen des Jahres 1938 stieg die Zahl der jüdischen Häftlinge sprunghaft an. Buchenwald wurde zu einem Ort des Drucks zur Emigration und der Arisierung von Eigentum. Schon damals waren die Bedingungen katastrophal: Überfüllung, Typhus- und Ruhr-Epidemien sowie die hohe Sterblichkeit zeigen, dass der Tod eine natürliche Folge des Systems war.
Im Jahr 1940 wurde das Krematorium in Betrieb genommen, und das Lager wuchs weiter um zusätzliche Bereiche. Neben dem Hauptbereich für die Häftlinge gab es einen eigenen SS-Ausbildungsbereich mit Kasernen, Verwaltung und Einrichtungen für Angehörige der Totenkopfstandarte Thüringen. Diese Trennung war kein Zufall: Das nationalsozialistische Lager war nicht nur ein Ort der Internierung, sondern auch ein funktionierender wirtschaftlicher und machtpolitischer Komplex der SS.
Eine grundlegende Veränderung brachte der Krieg gegen die Sowjetunion. Nach Buchenwald kamen sowjetische Kriegsgefangene und Tausende weitere Häftlinge aus dem besetzten Europa. Ein Teil von ihnen wurde sofort durch Genickschuss in dem ehemaligen Pferdestall ermordet, der zu diesem Zweck umgebaut worden war. Andere Gruppen wurden im Steinbruch oder in der Rüstungsproduktion eingesetzt. Ab 1943 waren auf dem Gelände das Gustloff-Werk II und weitere Außenbetriebe in Mitteldeutschland und darüber hinaus in Betrieb. Insgesamt entstanden bis zu 136 Außenlager und Arbeitskommandos.
Die Bedingungen verschlechterten sich weiter, als die Zwangsarbeit für die Kriegswirtschaft des Dritten Reiches immer wichtiger wurde. Die Häftlinge arbeiteten für Unternehmen wie IG Farbenindustrie, Krupp oder die Deutsche Reichsbahn. Das Lager wurde Teil eines umfassenden Systems der Ausbeutung menschlicher Arbeit bis zur völligen Erschöpfung. Zugleich fanden medizinische Experimente an Häftlingen statt, vor allem Versuche im Zusammenhang mit Typhus oder Tuberkulose. Im Revier und in anderen Blöcken kam es zu Morden durch Injektionen oder zu Selektionen der Schwächsten.
Ein bedeutendes Kapitel der Geschichte Buchenwalds ist der illegale Widerstand der Häftlinge. Politisch organisierte Häftlinge gewannen nach und nach Einfluss in einigen Funktionen der Lagerverwaltung und nutzten den begrenzten Spielraum, um Mithäftlinge zu schützen und Transportlisten zu manipulieren. Die Widerstandsorganisation konnte bei der Bombardierung des Areals im August 1944 beschaffte Waffen verstecken und knüpfte im Frühjahr 1945 über einen geheimen Sender Kontakt zur vorrückenden amerikanischen Armee.
Als sich die Front Weimar näherte, versuchte die SS, das Lager zu räumen. Zehntausende Menschen wurden auf Todesmärsche in Richtung Dachau, Flossenbürg oder Theresienstadt getrieben. Viele starben unterwegs an Hunger, Kälte oder wurden bei Fluchtversuchen erschossen. Dennoch befanden sich im Lager noch Tausende Häftlinge, darunter Kinder und Jugendliche.
Am 11. April 1945 erreichten Einheiten der Dritten US-Armee das Areal. Zu diesem Zeitpunkt stand ein Teil des Lagers bereits faktisch unter der Kontrolle der illegalen Häftlingsleitung. Die SS-Wachmannschaften zogen sich zurück, und die Häftlinge öffneten die Tore von innen. Die Befreiung Buchenwalds war damit das Ergebnis zweier Faktoren: des Vormarschs der alliierten Armee und des organisierten Widerstands im Inneren des Lagers.
Nach dem Krieg folgten eine kurze amerikanische Untersuchung und Prozesse gegen die Hauptverantwortlichen des Lagers, darunter Karl Otto Koch und Ilse Koch. Doch damit endete die Geschichte des Ortes nicht. Nach dem Abzug der Amerikaner übernahm die sowjetische Besatzungsverwaltung das Gelände und nutzte es bis 1950 als Speziallager Nummer 2. Auch diese Phase forderte Tausende Opfer.
Die Gedenkstätte Buchenwald ist daher nicht nur eine Erinnerung an ein Konzentrationslager. Sie ist ein Raum mehrerer geschichtlicher Schichten: des nationalsozialistischen Terrors, der sowjetischen Internierung nach dem Krieg und der wechselvollen Erinnerung nach 1945. Die heutigen Ausstellungen zeigen sowohl das System der Gewalt als auch die Schicksale der Opfer und Täter und erinnern an den Ort als Warnung vor staatlich organisiertem Unrecht.
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Quellen und Lizenzen
Informationsquelle ist Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/KZ Buchenwald
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Der ursprüngliche Text ist verfügbar unter der Lizenz
CC BY-SA 4.0
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Der Text wurde redaktionell für VoiceTour bearbeitet.
Foto: Richard Peter, Wikimedia Commons. Lizenz: CC BY-SA 3.0 de.